Die Landwehr

Stadt Heringen (Werra) - Kleinensee

Was für die Städte im Mittelalter die Stadtmauern waren, das waren im ländlichen Raum die Landwehren. Die Menschen in dieser Zeit schützten ihr Hab und Gut mit diesen relativ primitiven, aber wirkungsvollen Befestigungsanlagen vor Angreifern. Zumindest eine Zeitlang wurden Bösewichte so auf Distanz gehalten – wichtige Zeit für die Bauern, um ihre Wertsachen und das Vieh in Sicherheit zu bringen.

LANDWEHR

Die Landwehren waren ein Mittel, die Wahrscheinlichkeit, Erfolgsaussicht, Wirksamkeit und Folgen mittelalterlicher Kriegsführung einzuschränken und ihnen somit vorzubeugen. Sie behinderten darüber hinaus Räuberbanden am Betreten des Gebietes und erschwerten ihren Rückzug nach Beutezügen.

Mit Landwehr, Landgraben und Landhege werden Grenzmarkierungs- bzw. Grenzsicherungswerke und Umfriedungen von Siedlungsgebieten mit dem Recht der Einhegung bezeichnet. Diese Siedlungsschutzanlagen werden zumeist ins Hoch- und Spätmittelalter datiert und besitzen in Einzelfällen Längen von über hundert Kilometer. Vergleichbare Erdwerke werden jedoch bereits seit der Antike erwähnt. Der römische Limes ist die bekannteste Ausführung einer frühen Landwehr.

Diese Landwehren sind in manchen Regionen – dort vor allem in Waldgebieten – noch erhalten und oft als Bodendenkmal geschützt.

Im Mittelalter waren die Landwehren mit dichten Hecken bewachsen und sollten Städte, Dörfer oder Landstriche vor Feinden schützen. Wo sie Wege kreuzten, waren sie mit Schlagbäumen, bisweilen auch mit sogenannten Warttürmen ausgestattet, die von sogenannten Schlagbäumern oder Wartmännern bewacht wurden. Sobald sich ein feindlicher Reiter näherte, schlugen diese mit akustischen oder visuellen Signalen wie Hörnern, Bannern oder Feuerkörben Alarm und warnten so die Bevölkerung.

Besonders in den unruhigen, von Gebietsstreitigkeiten unter den Adeligen bestimmten Zeiten des 14. und 15. Jahrhunderts haben die Landwehren somit so manchen Hofbesitzer vor Viehraub und Zerstörung der Äcker bewahrt und damit auch die Nahrungsversorgung der Bevölkerung gesichert.

Heute bieten die Reste der Landwehren einer großen Zahl von Tieren und Pflanzen einen vielfältigen Lebensraum. Die enge Verknüpfung von Feucht- und Trockenbiotopen sowie das hohe Alter lässt die Landwehren aus ökologischer Sicht zu wertvollen Biotopen werden und macht sie für vergleichende landschaftsökologische Untersuchungen besonders interessant.

Mit den Landwehren sollte räuberisches, feindseliges Volk auf Distanz gehalten oder ihm zumindest eine Barriere geboten werden. Aber auch wilde Tiere wie Wölfe oder Füchse konnten durch die Grenzbefestigungen fern gehalten werden.

Häufig waren den Landwehren so genannte Wolfskuhlen vorgelagert. Stürzten Tiere in diese getarnten Kuhlen, konnten sie nicht wieder hinausgelangen. Die Landwehren umgaben ganze Siedlungen oder Dörfer und dienten neben dem Schutz auch als Grenzverlauf.

(Quelle: Wikipedia)

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